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Überstunden sind Überstunden sind Überstunden …

Manchmal, aber nur manchmal, zweifle ich ja am Verstand meiner lieben Kolleginnen und Kollegen! Wie krumm gewickelt muss man denn sein, wenn man die Mitarbeiterkapazität über die Arbeitszeit definiert, ohne Überstunden zu berücksichtigen.

In Brasilien ist ja gerade die Fußball-Weltmeisterschaft. Viele Spiele werden da erst in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen entschieden. Das bedeutet Überstunden! Überstunden für Spieler, Trainer, Reporter, Experten, aber auch für den Betreuerstab. Die kann man doch nicht ignorieren und sagen: Arbeitszeit ist immer 100 Prozent!?

Bei so einer WM gibt es ja viele, die ein Fädchen im Getriebe sind, damit der Laden wie gefettet läuft. Wenn beispielsweise eine Reinigungskraft für das Reinigen einer Eistonne 12 Minuten braucht und es gibt 5 Eistonnen dann braucht sie dafür eine Stunde (Verteilzeiten nicht eingerechnet). Wenn dann nach dem Achtelfinale der Bedarf an Eistonnen deutlich ansteigt und die Mannschaftsführung fünf zusätzliche Eistonnen einfliegen lässt, dann braucht die Reinigungskraft dafür zwei Stunden. Sprich: Eine Überstunde.

Wenn ich das in einem Zeitmodell abbilde, habe ich eine Menge 5 und eine Gesamtbearbeitungszeit von 60 Minuten VOR dem Achtelfinale und eine Menge 10 und eine Gesamtbearbeitungszeit von 120 Minuten NACH dem Achtelfinale. In beiden Fällen ergibt sich daraus eine Einzelbearbeitungszeit von 12 Minuten.

Wenn ich das – wie bei der MAK – über ein Prozentmodell abbilde, bei dem ich die Überstunden ausblende, dann benötigt die Reinigungskraft vor dem Achtelfinale 100 Prozent ihrer Arbeitskraft für 5 Eistonnen, also 12 Minuten. Nachdem Achtelfinale benötigt die Reinigungskraft immer noch 100 Prozent, weil Überstunden nicht berücksichtigt werden. Sie schafft aber zehn Tonnen. Rein rechnerisch benötigt sie aber nur noch 6 Minuten pro Tonne. Das geht doch nicht.

Da werden dann doch Orangen mit Erdbeeren verglichen. Das ganze Modell stinkt zu den Wolken. Mein lieber Herr Posaunenchor! Unsere klare Forderung muss daher sein: Keine MAK-Verteilung ohne adäquate Einbeziehung der Überstunden!

Dass bei uns im Unternehmen der Betrieb oft nur aufrecht erhalten kann, weil die Leute sehr viel zusätzliche Arbeitszeit mit einbringen, ist doch aus dem Stellenplan gar nicht ersichtlich, wenn man die Regelarbeitszeit zu Grunde legt. Nur wenn

Auf den dünnen Brettern unserer dokumentierten Aufbauorganisation werden wir kein sicheres Zuhause für die Zukunft unseres Unternehmens bauen können!

Aber bevor ich mich hier noch weiter aufrege, fahre ich lieber in Gedanken mal kurz nach Rio de Janeiro zum WM-Finale am Sonntag: Die deutsche Mannschaft hat sich in den letzten Wochen durch ihr Verhalten in und auf dem Spielfeld sehr viel Respekt und Anerkennung auch bei anderen Nationen erworben. Es wäre wirklich toll, wenn sie das mit einem mitreißenden Spiel und dem WM-Titel krönen könnten!

Nur noch 59 Stunden, 59 Minuten und 52 Sekunden:
Countdown zum WM-Finale

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